Was Sie über Naturstein im Bad und in der Küche wissen sollten

2.9.2021
Badezimmer in Naturstein
  1. Naturstein in der Küche
  2. Naturstein in der Küche: Granit
  3. Naturstein in der Küche: Kalkstein
  4. Naturstein in der Küche: Quarzit
  5. Naturstein in der Küche: Quarz
  6. Naturstein in der Küche: Schiefer
  7. Naturstein im Badezimmer
  8. Naturstein im Bad: Travertin als Alternative
  9. Naturstein im Bad: rutschfestes Natursteinmosaik
  10. Pflegetipps für Naturstein in Küche und Bad

Natursteine haben Vorteile, die für ihren Einsatz in Küche und Bad sprechen. Sie sind kratzfest, natürlich, pflegeleicht, praktisch und robust. Sie ertragen Hitze bis zu einem gewissen Grad und Feuchtigkeit gut, halten richtig gepflegt ewig und sind einfach sauber zu halten. Schmutzige Natursteinplatten müssen Sie bloss mit einem feuchten Lappen abwischen, weil nichts kleben bleibt. Darum steigt die Nachfrage seit Jahren kräftig, vor allem in der Küche, in letzter Zeit aber auch im Badezimmer. Immer mehr Wohneigentümer*innen setzen auf Granit, Kalkstein oder Quarzit, weil sie mit Stein ihr Bad oder ihre Küche individueller gestalten können. Von der modernen Designerküche bis zum traditionellen Landhausbad.

Tipp: Granit, Kalkstein oder Quarzit wirken unterschiedlich und haben eigene Charakter. Achten Sie darauf, dass der Naturstein zum Stil in der Küche oder im Bad passt. Mit dem Online-Badezimmer-Planer von Habitects beispielsweise können Sie verschiedene Varianten ausprobieren und Ihr Traumbadezimmer einfach visualisieren.

Naturstein in der Küche

In der Küche kann Naturstein für vieles verwendet werden. Natürlich für Küchenabdeckungen oder für Küchenrückwände als Spritzschutz, aber auch für die Bodenplatten oder für die Fenstersimse. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, können Sie einen Küchentisch mit einer Tischplatte aus demselben Naturstein anfertigen lassen und so die Küche einheitlich einrichten. Die meisten Natursteinoberflächen können geflammt und gebürstet, geschliffen, poliert oder satiniert werden.

Tipp: Naturstein hält fast ewig, darum will die Wahl wohl überlegt sein. Hören Sie bei Ihrer Entscheidung auf Ihren Bauch, lassen Sie sich aber auch von einem Küchenexperten aus Ihrer Region beraten.

Naturstein in der Küche: Granit

Granit ist ein Klassiker und immer noch sehr beliebt. Der grobkristalline Stein ist in vielen Farben – von Weiss über Hell- bis Dunkelgrau, manchmal mit Blau-, Gelb- oder Rottönen – erhältlich und glitzert mit seinen Quarzpünktchen leicht. Je nach Behandlung der Oberfläche passt Granit besser in eine Designküche (elegant poliert) oder in eine Landhausküche (rustikal geflammt). Die Oberfläche ist besonders hart, kratzfest und pflegeleicht. Darum eignet sich Granit ausgezeichnet für den täglichen Einsatz in der Küche.

Tipp: Granit-Küchenabdeckungen sind, wie die meisten Naturstein-Oberflächen, kratzfest. Ihre Messer werden stumpf, wenn Sie darauf schneiden. Benutzen Sie lieber ein messerschonendes Schneidbrett.

Küche mit Granit-Arbeitsplatten
Granit ist ein Klassiker in der Küche, weil der Stein besonders hart, kratzfest und pflegeleicht ist.

Naturstein in der Küche: Kalkstein

Kalkstein ist schlicht. Das Farbspektrum des hellen Steins reicht von Crème bis Hellbraun. Dank der filigranen Struktur entsteht eine elegante Seidenoptik, die am stärksten wirkt, wenn der Naturstein fugenlos verarbeitet wird. Kalkstein strahlt Wärme aus und passt zu vielen Küchenstilen. Für den Einsatz in einer Küche muss die Oberfläche behandelt werden, um sie besser vor (starker) Säure zu schützen. Kalkstein reinigen Sie am besten mit einem milden Seifenreiniger. So bleibt er kratzfest und kalkstreifenfrei.

Naturstein in der Küche: Quarzit

Quarzit entsteht in chemischen Prozessen, die einige tausend Jahre dauern. Darum ist Quarzit so robust und besonders witterungsbeständig und wird sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich verwendet. Der Naturstein kann auf viele Arten veredelt werden, verändert mit seiner fein- bis mittelkörnigen Struktur den Charakter der Küche und dominiert einen Raum, wenn er grossflächig eingesetzt wird.

Naturstein in der Küche: Quarz

Quarz oder Quarzkomposite ist, im Gegensatz zu Quarzit, ein Kunstharz, wird aber dennoch als Naturstein betrachtet. Das Kunstharz besteht zu 93 Prozent aus natürlichen Quarzkristallen und wird mit Harzbindemitteln, Farbstoffen sowie Glasstückchen vermengt. Quarz sieht ähnlich aus wie Quarzit und wird auch ähnlich verwendet. Aber nur im Innenbereich, weil er nicht witterungsbeständig ist wie Quarzit.

Aufgepasst: Quarz ist weniger hitzebeständig als Quarzit. Ab 150 Grad kann sich das Kunstharz verfärben. Dafür reicht ein Topf mit heissem Wasser.
“kueche”

Naturstein in der Küche: Schiefer

Schiefer besteht aus Tongestein mit einem hohen Anteil an Glimmermineralen, die ihm seinen charakteristischen Glanz verleihen. Das Farbspektrum reicht von Anthrazit bis Silbergrau, manchmal mit bläulichen, grünlichen oder sogar rötlichen Farbschattierungen. Der Naturstein sieht, je nach Herkunft, sehr unterschiedlich aus. Meistens wird er roh und mit rauer Oberfläche verwendet. Vor allem für Arbeitsplatten, weil er pflegeleicht, säurebeständig und äusserst robust ist.

Naturstein im Badezimmer

Auch im Badezimmer wird immer häufiger Naturstein eingesetzt. Einerseits als Bodenplatten und Wandplatten, andererseits für Badewannen, Duschwände, Duschwannen sowie Waschtische. Verwendet werden wie in der Küche hauptsächlich Granit, Kalkstein, Quarzit und Schiefer. Sie trotzen der feuchten Luft und den starken Temperaturschwankungen im Badezimmer ohne Probleme und überzeugen mit denselben Vorteilen wie in der Küche. Ausserdem bewahren sie mit dem Alter ihre zeitlose Schönheit und gewinnen mit den Jahren sogar noch an Charakter.

Gut zu wissen: Aus Naturstein werden ganze Badewannen, Duschtassen oder Waschbecken gefertigt. Oft aus einem Stück und fugenlos. Das macht die Pflege und Reinigung noch einfacher.

Tipp: Ihrer Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Lesen Sie unseren Artikel «Badezimmerplanung: 13 Tipps für Ihr neues Traumbad» und reden Sie mit einem geprüften Badspezialisten aus Ihrer Region.
Badezimmer in dunklem Naturstein
Dunkler Naturstein lässt jedes Bad hochwertig wirken

Naturstein im Bad: Travertin als Alternative

Travertin leitet sich vom lateinischen lapis tiburtinus für Stein aus Tivoli ab und ist ein poröser Kalkstein. Die Farben sind hell, meistens Gelb oder Braun, manchmal auch Beige oder Rot. Travertine ist in Südeuropa weit verbreitet, vor allem in italienischen und spanischen Badezimmern. Hellere Platten mit geschliffener oder getrommelter Oberfläche eignen sich besonders für moderne Badezimmer, dunklere Platten mit getrommelter Oberfläche für ein Bad im mediterranen Stil. Getrommelter Travertin ist dank seiner rauen Oberfläche rutschfest, darum brauchen Sie keine Badezimmermatte mehr.

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Naturstein im Bad: rutschfestes Natursteinmosaik

Naturstein als Mosaik eignet sich vor allem für den Boden im Familienbadezimmer, auch in der Dusche. Weil die Kalkstein- oder Travertin-Mosaiksteinchen klein sind, gibt es viele Fugen. Dank der vielen Fugen ist der Boden sehr rutschfest. Selbst, wenn die Kinder mit nassen Füssen aus der Dusche ins Badezimmer laufen. Darum können Sie sich mit einem Natursteinmosaik aus Kalkstein oder Travertin die rutschfeste Badezimmermatte sparen.

Pflegetipps für Naturstein in Küche und Bad

  • Für die tägliche Pflege genügen ein Spülmittel und warmes Wasser, um den Glanz zu erhalten. Falls Sie einen Pflegespray verwenden, der reinigt, pflegt und imprägniert, sollten Sie den Spray nach der Reinigung mit einem leicht feuchten Lappen nachwischen. Am besten mit einem Mikrofasertuch
  • Hartnäckige Flecken entfernen Sie mit warmem Wasser, Haushaltreiniger und der rauen Seite eines Küchenschwamms. Eingetrocknete Flecken schaben Sie vorsichtig mit einer Plastikklinge weg und entfernen die Reste mit warmem Wasser und Haushaltsreiniger.
  • Lebensmittel und Flüssigkeiten, die stark färben, zum Beispiel Wein, sollten Sie sofort entfernen. Vor allem auf hellen Natursteinflächen
  • Kalk- oder Wasserflecken entfernen Sie mit einem Kalkreiniger und der rauen Seite des Küchenschwamms. Lesen Sie zuerst die Pflegeanleitung für den Naturstein, bevor Sie anfangen
  • Öl und Fett dringen schnell in Naturstein ein, vor allem wenn sie heiss sind, und können nur mit einem Wachsentferner und einem speziellen Tiefenreiniger entfernen. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Küchenexperten um Rat
  • Die Imprägnierung sollte alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden. Sie beugt Verschmutzungen vor und schützt stark beanspruchte Bereiche, beispielsweise die Arbeitsplatte. Ausserdem können farbtonvertiefende Mittel die Farbstruktur des Steins betonen und sein natürliches Aussehen erhalten.
Gut zu wissen: Hitze greift die Imprägnierung an. Darum sollten Sie keine heissen Töpfe (über 100 Grad) zu lange auf eine imprägnierte Natursteinoberfläche stellen.

Eine Küchenrenovation oder Badrenovation will gut geplant sein. Ausserdem geht es, je nach Ihren Ansprüchen, um viel Geld. Darum ist es sinnvoll, sich von Profis beraten zu lassen.

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