Altes Haus sanieren

Altes Haus sanieren: Lieber in Etappen als alles auf einmal

10.9.2020

Erste kleinere Sanierungen nach 10 Jahren

Auch Häuser werden älter und haben Alterserscheinungen. Nach 10 bis 15 Jahren werden die ersten kleineren Sanierungsmassnahmen fällig. Beispielsweise Wände streichen oder Teppichböden ersetzen. Am längsten hält der Rohbau. Nach 40 bis 60 Jahren ist es in der Regel Zeit für eine umfassende Haussanierung. Auf der Basis der Lebensdauertabelle (siehe «Lebensdauer: Wie lange halten Bauteile, Geräte und Installationen?») können Sie abschätzen, was wie lange halten sollte und wann Sie was renovieren oder sanieren müssen.

Altes Haus sanieren: Malerarbeiten
Nach 10 bis 15 Jahren sind Malerarbeiten fällig.

Ein altes Haus sanieren ist komplex

Sanierungsmassnahmen können nicht isoliert betrachtet werden. Wenn Sie zum Beispiel die Heizung ersetzen, wäre es energetisch sinnvoll, die Gebäudehülle zu sanieren und zu dämmen. Und wenn Sie schon daran sind, könnten Sie den Dachstock ausbauen und Wohnraum gewinnen oder das Raumkonzept überdenken, Wände herausreissen und so grössere Zimmer schaffen. Jetzt fehlen nur noch die neue Küche und das neue Badezimmer … Die wenigsten können sich alles auf einmal leisten. Darum müssen sie bei der Haussanierung zwischen mehr Wohnqualität und mehr Energieeffizienz wählen. Oft bestimmt allerdings der Zustand der Bauteile die Reihenfolge der Sanierungsmassnahmen.

Tipp: Die Prüfung von Baueingaben kann bei grösseren Sanierungen Monate dauern. Reichen Sie darum Ihre Baueingabe so früh als möglich ein.

Planen Sie die Haussanierung frühzeitig

Eine Haussanierung kostet viel Geld. Darum sollten Sie sie schon planen, bevor die Massnahmen notwendig sind, und Geld dafür auf die Seite legen. Wie viel hängt zum einen von der Bausubstanz und zum anderen vom Standard ab. Dreifach isolierte Fenster mit Aluminium- oder Holz-Metall-Rahmen beispielsweise kosten plus/minus doppelt so viel wie dieselben Fenster mit Kunststoff-Rahmen.

Mit unserem smarten Sanierungsrechner können Sie den individuellen Sanierungsbedarf mit wenigen Klicks analysieren, die Sanierungszeitpunkte planen, die Kosten schätzen und frühzeitig genügend Rückstellungen bilden. Ausserdem listet unser Sanierungsplaner auf, welche Bauteile Sie gleichzeitig ersetzen oder überholen sollten, um möglichst kosteneffizient zu sanieren. Mit der richtigen Strategie teilen Sie die Sanierungskosten auf Jahre oder Jahrzehnte auf, optimieren Ihre Ausgaben und erhalten oder steigern den Wert Ihres Wohneigentums nachhaltig.

Tipp: Wenn Sie eine Eigentumswohnung besitzen, berechnet unser Online-Sanierungsrechner auch Ihren Anteil an den Kosten der Stockwerkeigentümergemeinschaft und analysiert den Erneuerungsfonds.

Houzy Sanierungsrechner - Sanierungen planen

Wunschliste: Was wollen Sie sanieren?

Es gibt drei Gründe für eine Haussanierung: Sie wollen die Wohnqualität steigern, Sie wollen die Energieeffizienz des Hauses verbessern – oder ein Bauteil ist kaputt. Falls Sie etwas notfallmässig ersetzen müssen, müssen Sie sofort handeln. Wenn Sie aber mehr Wohnqualität oder Energieeffizienz wünschen, sollten Sie die Sanierungen Schritt für Schritt planen. Fangen Sie mit einer Wunschliste an und schreiben Sie auf, was Sie wollen. Ohne zu hinterfragen, ob das technisch oder finanziell machbar ist. Denken Sie an die Zukunft und lassen Sie sich von Ihrer aktuellen Wohnsituation weder einschränken noch beeinflussen. Sie kann sich schnell ändern, beispielsweise, wenn Ihre Kinder ausziehen.

Gebäudeanalyse: Das sollten Sie sanieren

Sobald Sie Ihre Wunschliste zusammengestellt haben, ist es Zeit für eine detaillierte Gebäudeanalyse. Ein Fachmann klärt ab, was gebäudetechnisch notwendig und energetisch sinnvoll ist. Auf dieser Basis können Sie Ihre Wünsche, alle notwendigen oder sinnvollen Massnahmen und Ihre finanziellen Möglichkeiten ins Gleichgewicht bringen. Wenn Sie zum Beispiel Ihr Badezimmer sanieren, vergrössern und um eine Sauna für zwei Personen erweitern wollen, lohnt sich möglicherweise eine neue Heizung und eine Wärmedämmung, um die Sanierungskosten und Unterhaltskosten zu optimieren. Badezimmer und Sauna steigern Ihre Wohnqualität, die Heizung ist notwendig, die Dämmung ist sinnvoll. Je besser Sie Sanierungsmassnahmen planen, priorisieren und aufteilen, desto mehr können Sie sich leisten.

Sinnvollerweise legen Sie jedes Jahr 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudeneuwerts für die Haussanierung auf die Seite, gleich vom ersten Tag an.

Sanierungskonzept: Sanieren Sie in Etappen

Wenn Sie ein altes Haus sanieren, kostet eine Gesamtsanierung weniger als eine Sanierung in Etappen, weil gewisse Arbeiten nur einmal ausgeführt werden müssen, zum Beispiel das Baugerüst aufstellen. Ausserdem sind die Sanierungsmassnahmen schneller erledigt und belasten Sie, Ihre Familie und Ihre Nachbarn weniger lang. Trotzdem sanieren die meisten Wohneigentümer lieber in Etappen. Zum einen, weil sie die Kosten aufteilen können. Zum anderen, weil sie ihre werterhaltenden Investitionen in mehreren Steuerperioden von ihrem Einkommen abziehen und so ihre Steuerbelastung optimieren können. Handwerker empfehlen diese Reihenfolge, um Baumängel wie Feuchtigkeit, Schimmelpilz oder Wärmebrücken zu vermeiden:

  • Etappe 1: Fenster ersetzen, Sonnenschutz ersetzen, Fassade dämmen
  • Etappe 2: Dach dämmen, allenfalls auch den Estrichboden und die Kellerdecke
  • Etappe 3: Heizung ersetzen, sinnvollerweise energieeffizient und ressourcenschonend
  • Etappe 4: Küche sanieren, Badezimmer sanieren, Leitungen ersetzen

Der Fensterersatz und die Fassadendämmung (Etappe 1) und die Dachdämmung (Etappe 2) minimieren die Energieverluste und senken den Energieverbrauch. Die neue Heizung (Etappe 3) kann für den tieferen Energiebedarf optimiert werden. Die Küchensanierung und Badezimmersanierung erhalten oder steigern Ihre Wohnqualität, die neuen Leitungen erhalten den Wert nachhaltig (Etappe 4).

Gut zu wissen: Der Houzy Sanierungsrechner analysiert nicht nur den Zustand der Bauteile, sondern schlägt Ihnen die aus baulicher Sicht sinnvollen Sanierungsetappen zusammen mit der Grobkostenschätzung vor.

Etappe 1: Fenster, Sonnenschutz und Fassade sanieren

  • Neue Fenster senken den Heizenergieverbrauch deutlich, verbessern den Schallschutz und schützen Ihr Zuhause besser vor Einbrüchen. Ausserdem haben heute die meisten Fenster eine grössere Fensterfläche, weil ihre Rahmen schmaler sind als früher, darum kommt mehr Licht in die Wohnräume.
  • Neue Sonnenstoren oder Markisen sind lichtecht, reissfester und widerstandsfähiger. Sie können mit Kurbel oder Motor geöffnet und geschlossen werden. Motorbetriebene Storen können Sie fernbedienen und in ein Smart-Home-System integrieren und mit einem Wind- oder Sonnensensor steuern.
  • Die Fassade dämmen ist sinnvoll, wenn Sie die Fenster ersetzen, weil die Handwerker auch gleich alle Simse und Leibungen dämmen können. Eine Kompaktfassade kostet 200 bis 300 Franken pro Quadratmeter für Material und Arbeit, eine vorgehängte hinterlüftete Fassade einen Viertel mehr.
Tipp: Bestellen Sie die Fenster mindestens drei Monate vor Beginn der Arbeiten, so vermeiden Sie unnötige Bauverzögerungen.

Altes Haus sanieren: Fenster‍
Neue Fenster senken den Heizenergieverbrauch deutlich.

Etappe 2: Dach, Estrichboden und Kellerdecke sanieren

  • Das Dach dämmen senkt die Heizkosten und sorgt für gleichmässige Temperaturen. Die Preisspanne reicht von einigen tausend Franken für ein einfaches Flachdach bis zu einigen zehntausend Franken für eine komplette Dachsanierung. Wenn Sie das Dach sanieren, sollten Sie sich Gedanken über eine thermische Solaranlage oder Photovoltaikmodule (ab 10'000 beziehungsweise 20'000 Franken) machen. Vor allem, wenn Sie in Etappe 3 die alte Heizung ersetzen wollen.
  • Die Kellerdecke oder den Estrichboden dämmen kostet weniger als die Fassade oder das Dach dämmen, weil das Material weniger aushalten muss. Ausser, Sie wollen den Estrich bewohnen. Dann müssen Sie mit 150 bis 200 Franken (von innen gedämmt) beziehungsweise bis 300 Franken (von aussen gedämmt, inklusive Dachsanierung) pro Quadratmeter rechnen.


Etappe 3: Heizung sanieren

Die Heizung sollten Sie erst nach den Fenstern und der Fassade sanieren. Wenn Sie sie vorher ersetzen, ist sie nach den energetischen Sanierungsmassnahmen zu gross, arbeitet nicht mit dem bestmöglichen Wirkungsgrad und verschleisst früher, weil sie überdimensioniert ist und Sie sie öfters als nötig ein- und ausschalten. Kurzfristig die billigste Variante ist der 1:1-Ersatz der alten durch eine neue Ölheizung. Mittel- und langfristig sind aber andere Heizsysteme günstiger. Die Investitionskosten für eine Wärmepumpe beispielsweise sind höher, amortisieren sich aber dank der tieferen Energiekosten schnell. Vor allem, wenn Sie die Wärmepumpe mit Sonnenkollektoren auf dem Hausdach ergänzen.

Tipp: Kantone, Städte, Gemeinden und regionalen Energieversorger fördern energetische Sanierungen wie Dämmungen, Solaranlagen oder neue Heizungen, wenn Sie ein altes Haus sanieren. Auf www.energiefranken.ch finden Sie eine Übersicht aller Förderprogramme in der Schweiz und können Förderbeiträge online beantragen.

Etappe 4: Küche, Badezimmer und Leitungen sanieren

  • In der Küche und im Badezimmer ist eine Kostenschätzung schwierig. Zu viel hängt von individuellen Wünschen und Ansprüchen ab. Eine einfache Küche (inklusive Küchengeräte) oder ein einfaches Badezimmer (inklusive Fliessen) ist ab 15'000 bis 18'000 Franken erhältlich – oder für ein Mehrfaches davon, abhängig vom Standard.
  • Unabhängig davon, ob Sie in Küche und Bad auf Standard oder Luxus setzen, sollten Sie in einem alten Haus die Strom- und Wasserleitungen prüfen und allenfalls sanieren. Abwasserleitungen beispielsweise halten 40 bis 60 Jahre und müssten alle fünf Jahre gewartet werden.

Altes Haus sanieren: Küche
Wieviel die neue Küche kostet hängt vor allem von Ihren Wünschen und Ansprüchen ab.

Setzen Sie auf die richtigen Partner

In unserem Partnernetzwerk finden Sie Planer und Handwerker, wenn Sie ein altes Haus sanieren wollen. Klicken Sie in Ihrer MyHouzy-Übersicht unter «Sanierung» auf «Lebensdauer» und dann in der Grafik auf das Bauteil, das saniert werden muss. Auf der Detailseite sehen Sie die Sanierungskosten, den Sanierungszeitpunkt und drei Handwerker aus Ihrer Region, die wir Ihnen empfehlen. Mit einem Klick auf «unverbindlich anfragen» können Sie eine Nachricht an einen, zwei oder alle Handwerker schreiben und beispielsweise Offerten verlangen, die Sie mit den anderen vergleichen können.

Gute Arbeit ist etwas wert. Sparen Sie darum nicht am Handwerker und nicht am Material. Qualität zahlt sich langfristig aus, weil es länger dauert bis zur nächsten Sanierung.

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