So viel kostet eine Dachsanierung

Wie viel kostet eine Dachsanierung?

11.8.2020

Das Dach schützt Ihr Zuhause vor Wind und Wetter. Wenn es undicht ist oder die Luft durch jede Ritze zieht, ist es Zeit für eine Sanierung. Und am besten gleich auch für eine Dämmung: Ein Einfamilienhaus verliert im Durchschnitt einen Fünftel der Wärme über das Dach. Darum lohnt sich eine energetische Sanierung. Vor allem, wenn Sie Fördergelder für die Sanierungsmassnahmen erhalten.

Satteldächer: Aufbau, Formen und Material

Satteldächer gibt es in vielen Varianten. Am weitesten verbreitet ist das klassische Satteldach, seltener sind das Pultdach mit einer geneigten Dachfläche oder das Walmdach mit vier geneigten Dachflächen. Die meisten Steildächer bauen auf einem Tragwerk aus Holzbalken auf. Darauf folgen, von innen nach aussen, die Verlegeunterlage oder Schalung, die Dampfbremse, die Wärmedämmung, das Unterdach und darauf die eigentliche Dacheindeckung.

Das Unterdach leitet Wasser ab, das eindringt, beispielsweise bei Sturm mit Regen. Es gibt noch alte Satteldächer, die nur aus Tragwerk und Dacheindeckung bestehen, meistens Ziegel. Solche Dächer sind nie ganz dicht. Weil der Dachraum darunter permanent belüftet ist, trocknet die Feuchtigkeit schnell wieder aus. Dafür geht viel Wärmeenergie verloren.

Sanierung Satteldach
Das klassische Satteldach ist die in der Schweiz am weitesten verbreitete Dachform.

Satteldach unterhalten

Steildächer sind wartungsarm und haben eine lange Lebensdauer. Wichtig ist es, nach einem Sturm zu prüfen, ob noch alle Ziegel oder Platten an der richtigen Stelle sitzen und die Dachrinnen frei sind. Feuchtigkeitsflecken an der Decke, an den Wänden oder auf dem Fussboden können auf ein undichtes Dach hinweisen. Kontaktieren Sie umgehend eine Fachfrau oder einen Fachmann, wenn Sie solche Flecken entdecken.

Satteldach sanieren

Wenn Sie Ihr Steildach sanieren, sollten Sie das Dach auch gleich dämmen. Eine Wärmedämmung sorgt im Winter und im Sommer für ausgeglichene Wohlfühltemperaturen. Sie senkt den Heizwärmeverbrauch an kalten Tagen und vermeidet Überhitzungen an heissen Tagen. Ausserdem können Sie einen gedämmten Dachstock als zusätzlichen Wohnraum nutzen, sofern die Bauvorschriften beziehungsweise die Ausnützungsziffer dies erlauben. Allerdings können nur Steildächer mit Unterdach gedämmt werden, was bei alten Häusern nicht immer der Fall.

Falls Ihnen eine Dachdämmung zu aufwendig oder teuer ist, können Sie nur den Estrichboden dämmen lassen. Dann können Sie den Dachraum aber nicht als Wohnraum nutzen.

Ein Steildach lässt sich meistens problemlos vom Dachraum her dämmen. Die Wärmedämmung kann beispielsweise über den Sparren, den Dachträgerbalken, angebracht werden, also zwischen Dachstuhl und Dacheindeckung. So wird der Dachraum durch die Dämmung nicht verkleinert. Das ist aber nur im Rahmen einer Dachsanierung möglich. Einfacher ist es, zwischen den Sparren zu dämmen. Die Sparren selbst müssen ebenfalls mit einer Schicht Dämmmaterial abgedeckt werden, sonst entstehen Wärmebrücken entstehen. Wegen der abschliessenden Verschalung, zum Beispiel einer Täfelung, verkleinert sich der Dachraum.

Gut zu wissen

  • Das Dach dämmen senkt Ihre Heizkosten und sorgt im ganzen Haus für ausgeglichene Temperaturen im Sommer und im Winter.
  • Sie können nur ein Steildach mit Unterdach dämmen lassen.
  • Sie können den gedämmten Dachstock als Wohnraum nutzen, sofern die Bauvorschriften beziehungsweise die Ausnützungsziffer dies erlaube

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Flachdächer: Aufbau, Formen und Material

Ein Flachdach besteht aus einer Unterkonstruktion mit einer Gefällschicht aus Beton oder Bitumensplitt, die darauf aufbaut. Es folgen eine Dampfsperre, Wärmedämmung, Dachabdichtung und allenfalls Deckschicht. Das Flachdach ist in der Regel leicht geneigt, meistens zwischen 2 und 5 Grad, damit Regenwasser schnell abfliesst. Anstelle einer Dachabdeckung, beispielsweise Ziegel, hat ein Flachdach eine Dachabdichtung. Diese besteht aus Kunststofffolie, Bitumen oder Elastomer, einem synthetischen Kautschuk. Welches Material sich am besten eignet hängt unter anderem von der Flachdachart, Nutzung und Witterung ab.

Nicht nutzbare Flachdächer dürfen nur für Wartungsarbeiten betreten werden. Die Folie dieser Flachdächer ist mit Kiesauflast oder Schiefersplitt belegt oder begrünt. Nutzbare Flachdächer sind mit Platten belegt und dürfen als Terrassen genutzt werden. Solche Terrassen brauchen aber eine Brüstung, ein Geländer oder eine Mauer, damit niemand vom Dach fällt. Ein nicht nutzbares in ein nutzbares Flachdach umwandeln und als Terrasse nutzen ist technisch aufwendig, wenn es die Bauvorschriften überhaupt zulassen.

Sanierung Flachdach
Die Dachabdichtung bei Flachdächern besteht in der Regel aus Kunststofffolie, Bitumen oder Elastomer.

Flachdach unterhalten

Flachdächer müssen regelmässig kontrolliert werden, um Löchern oder undichten Stellen vorzubeugen. Feuchtigkeitsflecken an der Decke, an den Wänden oder auf dem Fussboden können auf ein undichtes Dach hinweisen. Kontaktieren Sie umgehend eine Fachfrau oder einen Fachmann, wenn Sie solche Flecken entdecken.

Flachdach sanieren

Ältere Flachdächer sind meistens nur ungenügend gedämmt. Über sie gehen sehr viel Energie und damit sehr viel Geld verloren. Wenn die Dachabdichtung das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, sollte sie nicht nur ersetzt werden, das Flachdach sollte auch aufgedämmt werden. Warten Sie damit nicht zu lange: Wenn die Abdichtung leck ist und Regenwasser ins Haus eindringt, kann der Schaden beträchtlich sein.

Gut zu wissen

  • Das Dach dämmen senkt Ihre Heizkosten und sorgt im ganzen Haus für ausgeglichene Temperaturen im Sommer und im Winter.
  • Ersetzen Sie die Dachabdichtung, bevor sie undicht wird und Wasser eindringen kann.
  • Lassen Sie Ihr Dach regelmässig von einer Dachdeckerin oder einem Dachdecker kontrollieren.

So viel kostet eine Dachsanierung

Dachsanierungen sind aufwendig und teuer. Darum ist es sinnvoll, frühzeitig Geld dafür auf die Seite zu legen. Mit dem kostenlosen HouzyCheck können Sie den Zustand Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung analysieren, Sanierungsmassnahmen planen und die Kosten schätzen. Diese Übersicht mit Mittelwerten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zeigt Ihnen, mit wieviel Sie ungefähr rechnen müssen.

Kosten Dachsanierung
Dachsanierungen sind aufwendig und teuer, deshalb sollten Sie frühzeitig budgetieren und Geld auf die Seite legen.

Sanieren

  • Dach neueindecken: 15'000 bis 22'000 Franken
  • Dachstuhl erneuern: 24'000 bis 51'000 Franken
  • Flachdach sanieren: 4000 bis 12'000 Franken


Dämmen

  • Aufsparrendämmung: 25'000 bis 45'000 Franken
  • Zwischensparrendämmung: 11'000 bis 27'000 Franken
  • Untersparrendämmung: 7500 bis 15'000 Franken
  • Dachboden dämmen: 4000 bis 7000 Franken
  • Flachdach dämmen: 3000 bis 20'000 Franken

Dämmen: Vor- und Nachteile in der Übersicht

Alle Dämmmethoden senken die Heizkosten und verbessern das Wohnklima. Die wichtigsten Vorteile und Nachteile der einzelnen Methoden:

  • Die Aufsparrendämmung ist sauber und der Wohnraum bleibt erhalten. Dafür ist die Dämmung aufwendig, dauert lange und kostet viel.
  • Die Zwischensparrendämmung ist einfach, effektiv und hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Dafür braucht die Dämmung eine Untersparrendämmung und verkleinert den Wohnraum.
  • Die Untersparrendämmung ist eine ergänzende Dämmung zur Zwischensparrendämmung und verkleinert den Wohnraum.
  • Den Dachboden dämmen können Sie selber. Die Dämmung ist einfach und günstig, hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ist aber nur sinnvoll, wenn Sie den Dachboden nicht ausbauen wollen.
  • Das Flachdach dämmen ist sehr effektiv. Die Dämmung ist mit einer Einblasdämmung günstig, wird aber teuer, falls keine zusätzliche Last getragen werden kann.

Energie sparen und Fördergelder erhalten

Die finanzielle Förderung von Sanierungsmassnahmen ist in der Schweiz nicht einheitlich geregelt. Welche Massnahmen gefördert werden, definiert das harmonisierte Fördermodell der Kantone aus dem Jahr 2015. Jeder Kanton kann aus diesen Massnahmen die aussuchen, die er unterstützen will. Kosmetische Massnahmen wie Neueindeckungen werden nicht gefördert. Dafür werden in den meisten Kantonen Dämmungen gefördert.

Darum kann es sich lohnen, eine Dachsanierung mit einer Dämmung zu verbinden und Förderbeiträge für die Dämmung zu kassieren. Voraussetzung ist, dass der Wärmedurchgangswert oder U-Wert der Dämmung nach der Sanierung unter 0,2 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2K) liegt. Gemäss Massnahme M-01 (Wärmedämmung Fassade, Dach, Wand und Boden gegen Erdreich) fördern alle Kantone bis auf Bern, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin und Waadt Dämmungen mit mindestens 40 Franken pro Quadratmeter Dämmungsfläche. Eine Zwischensparrendämmung, die 15'000 Franken kostet, wird mit ungefähr 6000 Franken gefördert.

Fördergelder für die Dachsanierung beantragen

Am einfachsten beantragen Sie Fördergelder für energetische Sanierungen über die Website des Gebäudeprogramms der Schweiz. Auf der Startseite klicken Sie auf Ihren Wohnkanton und werden auf die Detailseite weitergeleitet. Auf dieser Seite finden Sie detaillierte Informationen, können Unterlagen herunterladen und Ihr Gesuch einreichen. Sinnvollerweise haben Sie den Sanierungsplan zur Hand, da Sie diesen mit dem Fördergesuch einreichen müssen. Einige Kantone bieten neben Investitionszuschüssen auch Steuervergünstigungen an.

Übrigens: Immer mehr Banken bieten Hypotheken mit Zinsvorteil für die Finanzierung einer Renovation, eines Umbaus oder einer energiesparenden Investition. Reden Sie mit Ihrer Bankberaterin oder Ihrem Bankberater.

Brauchen Sie eine Baubewilligung?

Das ist, wie die Förderung, von Kanton zu Kanton unterschiedlich. In der Regel brauchen Sie eine Baubewilligung für bauliche Veränderungen wie Dachfenster oder ein neuer Dachstuhl. Fragen Sie das Bauamt Ihrer Wohngemeinde lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Brauchen Sie einen Architekten oder Planer?

Auch darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Das hängt davon ab, wie komplex die Sanierung ist. Für einfache und geringfügige Massnahmen reicht eine gute Dachdeckerin, ein guter Dachdecker. Wenn das Projekt aufwendiger ist und allenfalls vom Bauamt bewilligt werden muss, kann ein Architekt oder Planer durchaus sinnvoll sein.

HouzyCheck – Sanierungen online berechnen

Mit unserem kostenlosen Sanierungsrechner HouzyCheck können Sie den Sanierungsbedarf mit wenigen Klicks analysieren, die Kosten schätzen und so genügend Rückstellungen bilden. Das intuitive Programm führt Sie sicher durch den einfachen Prozess, erstellt auf der Grundlage Ihrer Eingaben eine auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung abgestimmte interaktive Lebensdauertabelle und leitet daraus die ungefähren Sanierungskosten ab. So können Sie abschätzen, was in den nächsten Jahren auf Sie zukommen wird, und den Finanzbedarf frühzeitig planen. Zusätzlich zeigt Ihnen der smarte Sanierungsplaner auf, welche Bauteile Sie zusammen angehen sollten, um möglichst kosteneffizient zu sanieren. Das zahlt sich für Sie doppelt aus: Mit der richtigen Strategie senken Sie die Sanierungskosten und erhalten oder steigern gleichzeitig den Wert Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung nachhaltig. Probieren Sie es unverbindlich aus:

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