Preise für Wohneigentum steigen

Darum sind die Preise für Wohneigentum trotz Corona gestiegen

21.7.2020

Im zweiten Quartal 2020 sind die Preise für Wohneigentum in der Schweiz weiter gestiegen. Trotz Corona-Krise. Gemäss Private Real Estate Price Index, der von IAZI berechnet wird, um 0,7 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2020. Im Jahresvergleich (Ende März 2019 bis Ende März 2020) verteuerten sich Einfamilienhäuser laut Fahrländer Partner Raumentwicklung um 2,7 Prozent und Eigentumswohnungen um 2,2 Prozent. Gesucht sind im Moment vor allem kleinere Häuser oder Wohnungen mit Garten.

Gründe für die Preissteigerungen

In unsicheren Zeiten wünschen sich die Menschen Sicherheit und Stabilität. Wohneigentum ist sicher und stabil – und eine sinnvolle Anlagealternative zu Aktien, die Achterbahn fahren, oder Obligationen, die wenig rentieren. Ausserdem ist das eigene Haus oder die eigene Wohnung für viele ein wichtiger Teil ihrer Altersvorsorge. Trotzdem erstaunt das überraschend starke Preiswachstum in den letzten Monaten.

Der Hauptgrund für die steigenden Preise dürfte sein, dass sich in den letzten Monaten die Wohnbedürfnisse der Menschen wegen der Corona-Krise grundlegend verändert haben:

  • Wohnen hat im Lockdown einen höheren Stellenwert erhalten. Immer mehr Menschen legen Wert auf ein schönes Zuhause als früher, weil sie viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbracht haben.
  • Vielen ist es im Lockdown zu eng geworden zu Hause, darum suchen sie ein Haus oder eine Wohnung mit mehr Platz, einem intelligenteren Grundriss und einem grösseren Garten oder Balkon.
  • Die meisten, die im Lockdown zu Hause gearbeitet haben, wollen weiterhin zumindest tageweise im Homeoffice arbeiten. Dafür brauchen Sie mehr Raum oder ein Extrazimmer für ihr Heimbüro.

Ausserdem hatten viele, die kurz- oder im Homeoffice gearbeitet haben, mehr Zeit, Häuser oder Wohnungen zu suchen und sich Gedanken über die Finanzierung zu machen. Das dürfte die Nachfrage nach Wohneigentum und damit die Preise zusätzlich gesteigert haben.

Die Preise für Einfamilienhäuser sind im Jahresvergleich um 2,7 Prozent gestiegen.

Wie geht es weiter?

Seit 1998, dem Ende der Immobilienkrise in den 1990er-Jahren, sind die Preise für Einfamilienhäuser im Durchschnitt um 84 Prozent und für Eigentumswohnungen um 93 Prozent gestiegen. So wird es kaum weitergehen. Die Wirtschaft steckt wegen Corona in einer Krise, die Expertengruppe des Bundes erwartet den schärfsten Wirtschaftseinbruch seit 1975. Die Unsicherheit dürfte einige abhalten oder eine Nacht mehr über ihre Entscheidung schlafen lassen.

Trotzdem bleibt Wohneigentum attraktiv, weil die Hypothekarzinsen wegen der rezessiven Tendenzen auf tiefem Niveau verharren dürften. Auf key4 by UBS waren Mitte Juli 2020 Libor-Hypotheken ab 0,52 Prozent und Festhypotheken mit 5 Jahren Laufzeit ab 0,54 Prozent, mit 10 Jahren Laufzeit ab 0,73 Prozent und mit 15 Jahren Laufzeit ab 1 Prozent erhältlich.

Die meisten Immobilienfachleute rechnen mit einer stabilen bis leicht sinkenden Nachfrage und damit stabilen bis leicht sinkenden Preisen. Grosse oder luxuriöse Häuser und Wohnungen dürften stärker unter Druck geraten. Die Preise für Wohneigentum im unteren und mittleren Bereich sollten sich früher stabilisieren und schneller wieder steigen, vor allem für Einfamilienhäuser mit Garten.

Preise für Eigentumswohnung trotz Corona gestiegen
Die Preise für Eigentumswohnungen sind im Jahresvergleich um 2,2 Prozent gestiegen.

Droht eine Immobilienblase?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) warnt in ihrem jüngsten Bericht vor einer durch die Corona-Krise ausgelösten Rezession. Die Konjunkturflaute könnte zu sinkenden Immobilienpreisen und steigenden Tragbarkeitsrisiken führen, weil die Hypothekarschuldner weniger verdienen. Das könnte die Gläubiger unter Druck setzen, allen voran die Banken, Pensionskassen und Versicherungsgesellschaften.

Das Risiko ist bei Wohneigentum geringer als bei Büro- und Renditeliegenschaften wie Mehrfamilienhäusern. Zum einen, weil Wohneigentümer alles tun, um ihre Zinsen und Amortisationen rechtzeitig zu bezahlen. Zum anderen, weil die SNB und die Banken die Anforderungen für die Hypothekarkreditvergabe in den letzten Jahren verschärft haben, zum Beispiel mit höheren Eigenmittelanforderungen und schnelleren Amortisationszahlungen. Darum schliessen die meisten Experten eine Immobilienblase aus.

Die Preise für Wohneigentum im unteren und mittleren Bereich sollten sich früher stabilisieren und schneller wieder steigen, vor allem für Einfamilienhäuser mit Garten.

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