Stromspeicher: Lohnt sich ein Speicher für die Solarstromanlage?

6.5.2021
Ein Stromspeicher speichert den Solarstrom, den Sie nicht sofort verbrauchen, und stellt ihn zeitversetzt bereit.
  1. Eine Investition in die Zukunft
  2. Solarstrom ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll
  3. Warum sollten Sie Ihren Eigenverbrauch steigern?
  4. Wie funktioniert ein Stromspeicher überhaupt?
  5. Darum ist ein Strom- oder Batteriespeicher sinnvoll
  6. Stromspeicher mit Blei- oder Lithium-Ionen-Akku?
  7. Batteriespeicher mit Lithium-Ionen-Batterie
  8. Wie viel kostet ein Stromspeicher?
  9. Achten Sie nicht nur auf den Preis
  10. Machen Sie mehr aus Ihrem Solarstrom

Eine Solarstromanlage produziert vor allem über Mittag und am Nachmittag Strom. Ein Strom- oder Batteriespeicher speichert Solarstrom, den Sie nicht sofort verbrauchen, und stellt ihn zeitversetzt bereit. Zum Beispiel abends oder morgens, wenn Sie und Ihre Familie mehr Strom brauchen.

Eine Investition in die Zukunft

Stromspeicher können sich lohnen und amortisieren, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen. Sie sparen vor allem dann Geld, wenn Ihr Energieversorger viel für seinen Strom verlangt, aber wenig für Ihren Solarstrom bezahlt. Diese Rechnung könnte durchaus aufgehen: Experten erwarten, dass die Energiepreise in den nächsten Jahren steigen und die Einspeisevergütungen sinken werden. Falls das eintreffen sollte, spricht vieles dafür, mehr selbst produzierten Solarstrom zu verbrauchen, also den Eigenverbrauch zu steigern. Dann dürfte sich ein Strom- beziehungsweise Batteriespeicher lohnen.

Solarstrom ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Solarenergie schont die Ressourcen und die Umwelt. Eine Solaranlage auf dem Dach lohnt sich aber auch finanziell: Sie senken Ihre Stromkosten langfristig um 30 Prozent, machen sich unabhängig von Strompreiserhöhungen, steigern den Wert Ihres Hauses, sichern sich staatliche Förderbeiträge und optimieren Ihre Steuerbelastung. Wie schnell sich die Investition rentiert, hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von Ihrem Eigenverbrauch. Mit einem hohen Eigenverbrauchsanteil rechnet sich die Investition in der Regel in 15 bis 20 Jahren bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 30 Jahren.

Die Solaranlage auf dem Dach produziert Strom, der Batteriespeicher speichert ihn.
Ein Batteriespeicher stellt Solarstrom bereit, wenn Sie mehr Strom brauchen oder die Sonne zu wenig scheint.

Warum sollten Sie Ihren Eigenverbrauch steigern?

Solarstrom kostet weniger als Strom aus dem Netz. Darum sollten Sie möglichst viel günstigen Solarstrom und wenig teuren Strom von Ihrem Energieversorger verbrauchen. So senken Sie Ihre Energiekosten. Den Eigenverbrauch steigern Sie beispielsweise mit einem Elektroboiler, einer Ladestation für Elektrofahrzeuge, einer Wärmepumpe oder mit Verhaltensänderungen. Zum Beispiel, wenn Sie die Wäsche am Nachmittag waschen und trocken, weil  Ihre Solaranlage dann mehr Strom produziert als abends. Sie können den Eigenverbrauch aber auch mit einem Batterie- oder Stromspeicher steigern.

Wie funktioniert ein Stromspeicher überhaupt?

Der Stromspeicher funktioniert im Prinzip wie eine Autobatterie. Die Lichtmaschine produziert mehr Energie als das Auto während der Fahrt braucht, zum Beispiel für das Licht oder die Klimaanlage. Die Batterie speichert überschüssige Energie, damit Sie das Auto nächstes Mal starten können. Ähnlich funktioniert ein Stromspeicher beziehungsweise Batteriespeicher: Die Batterie speichert Strom, den Sie weder selber brauchen (Eigenverbrauch) noch ins Stromnetz einspeisen. Diesen Strom können Sie abends oder nachts nutzen – oder wenn die Sonne tagelang nicht oder nicht genug scheinen sollte.

Darum ist ein Strom- oder Batteriespeicher sinnvoll

Die meisten Haushalte verbrauchen morgens und abends am meisten Energie. Solaranlagen produzieren aber über Mittag am meisten Strom, wenn nur wenige Menschen zu Hause sind. Darum erreichen viele Photovoltaikanlagen ohne Speicher nur 30 bis 35 Prozent Eigenverbrauchsanteil. Mit einer intelligenten Speicherlösung optimieren Sie Ihren Verbrauch, speichern Energie und nutzen sie, wann Sie sie brauchen: morgens, abends oder nachts. Sie verdoppeln den Eigenverbrauchsanteil auf plus/minus 70 Prozent und nutzen Ihren selber produzierten umweltfreundlichen Strom rund um die Uhr.

Gut zu wissen: Mit einem Autarkiegrad von 70 bis 80 Prozent müssen Sie nur noch in langen Schlechtwetterphasen teuren Strom von Ihrem Energieversorger beziehen und bezahlen.

stromspeicher

Stromspeicher mit Blei- oder Lithium-Ionen-Akku?

Wenn Sie sich für einen Stromspeicher interessieren, haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen Blei- oder Lithium-Batterien:

  • Blei-Akkus können weniger oft entladen und geladen werden. Die Grenze liegt bei plus/minus 3000 Ladezyklen. Ausserdem ist der Wirkungsgrad einer Solaranlage mit Blei-Akku tiefer und die Blei-Batterie kann weniger tief entladen werden. Darum können Sie bei gleicher Speicherkapazität weniger Speicherkapazität nutzen. Dafür sind Stromspeicher mit einem Blei-Akku deutlich günstiger als Lithium-Ionen-Batterien.
  • Lithium-Ionen-Akkus können bis zu 7000 Mal entladen und geladen werden, das heisst mehr als doppelt so oft. Der Wirkungsgrad einer Solaranlage mit Lithium-Ionen-Akku ist höher (bis zu 95 statt nur bis zu 86 Prozent) und Lithium-Ionen-Batterien können tiefer entladen werden (fast bis zu 100 statt nur bis zu 80 Prozent). Dafür sind Batteriespeicher mit Lithium-Ionen Akku teurer als Blei-Batterien. Trotzdem sind sie am beliebtesten.
Gut zu wissen: Je höher die Anzahl Ladezyklen, desto länger die Lebensdauer. Lithium-Ionen-Akkus leisten 4000 bis 7000 Ladezyklen unter Volllast. Für ein Einfamilienhaus müssen Sie mit 250 bis 300 Zyklen im Jahr rechnen. So berechnet sich die Lebensdauer von 15 bis 25 Jahren.

Tipp: Rechnen Sie nicht zu kurzfristig. Eine Lithium-Ionen-Batterie kostet zwar mehr, hält aber länger und ist leistungsfähiger. Die hohe Anfangsinvestition rentiert mit der Zeit. Vor allem, wenn die Preise dank der steigenden Produktion weiter sinken sollten.

Batteriespeicher mit Lithium-Ionen-Batterie

Lithium-Ionen-Batterien sind nicht nur langlebiger und leistungsfähiger, sondern auch deutlich leichter. Darum werden sie schon lange in Smartphones, Tablets oder Elektrofahrzeuge eingebaut. Kein Wunder wird der momentan beliebteste Stromspeicher, die Tesla Powerwall 2, von einem Elektrofahrzeughersteller produziert. Andere bekannte Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien sind zum Beispiel Fronius, sonnen und Varta. Ihre Speicherlösungen lassen sich einfach innen oder aussen an eine Wand montieren, in der Regel im Keller, und mit der Solaranlage auf dem Dach verbinden.

Wie viel kostet ein Stromspeicher?

Der Preis hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel von der Speicherlösung (Blei- beziehungsweise Lithium-Ionen-Batterie), der Anzahl Ladezyklen, der Speicherkapazität, der Entladetiefe und dem Leistungsverlust. Rechnen Sie für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Anfangsinvestition von 6000 bis 12'000 Franken für Material und Einbau. Unser Solarrechner geht von 10'000 Franken aus.

  • Wenn Sie schon eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert haben, können Sie nur eine AC-gekoppelte Anlage nachrüsten. Sie wandelt den Gleichstrom der Solaranlage mit zwei Batteriewechselrichtern in Wechselstrom für den Haushalt um. Eine AC-gekoppelte Anlage ist günstiger als eine DC-gekoppelte Anlage und einfach installiert, aber nicht so energieeffizient.
  • Wenn Sie erst planen, eine Photovoltaikanlage zu installieren, sollten Sie sich für eine DC-gekoppelte Anlage entscheiden. Zum einen sind alle Bauteile perfekt aufeinander abgestimmt und das Kompatibilitätsproblem ist gelöst, zum anderen braucht die Anlage nur einen Wechselrichter. Darum ist sie kompakter gebaut und deutlich energieeffizienter als eine AC-gekoppelte Anlage.
Gut zu wissen: Im Prinzip können Sie fast jede Solaranlage mit einem Batteriespeicher nachrüsten. Wie sinnvoll das ist, hängt vom Alter der Photovoltaikanlage und vom Kosten-Nutzen-Verhältnis der Speicherlösung ab. Ältere Anlagen lassen mit den Jahren in ihrer Leistungsfähigkeit nach.

Tipp: Die Speicherkapazität sollte sich nach dem Verbrauch richten. Die grösste Batterie bringt nichts, wenn Sie im Winter zu wenig Strom produzieren, um den Speicher zu füllen, und im Sommer zu wenig Strom verbrauchen, um ihn zu leeren.

Batteriespeicher: Expertenrat
Reden Sie mit einem Fachmann, bevor Sie sich für eine Speicherlösung entscheiden

Achten Sie nicht nur auf den Preis

Achten Sie bei der Stromspeicher-Wahl nicht nur auf den Kaufpreis. Vergleichen Sie erst die Speicherleistung, Entladetiefe, Anzahl Ladezyklen, abrufbare Spitzenleistung und den Leistungsverlust. Ein teurer Batteriespeicher kann durchaus weniger kosten pro Kilowattstunde (kWh) als ein billiger Speicher, weil er leistungsfähiger und langlebiger ist. Berücksichtigen Sie ausserdem die Montagekosten für die Speicherlösung (oder Ihre Zeit für die Montage) und die Unterhaltskosten. Guter Rat ist günstiger als ein vermeintliches Schnäppchen aus dem Internet. Fragen Sie darum lieber einen Experten.

Gut zu wissen: Mit der Energiestrategie 2050 werden auch Stromspeicher gefördert. Die zwei ersten Kantone, die Speicherlösungen finanziell unterstützen, sind Schaffhausen und Thurgau. Fragen Sie Ihren Solaranlagenanbieter oder informieren Sie sich online, wie es in Ihrem Kanton aussieht.

Tipp: Ein Batteriespeicher lohnt sich besonders in Regionen mit tiefen Einspeisevergütungen. Unser Solarrechner berücksichtigt bei der Analyse des Solarpotenzial auch die regional unterschiedlichen Einspeisevergütungen und simuliert ihre Auswirkungen auf die Rentabilität von Stromspeichern.

Machen Sie mehr aus Ihrem Solarstrom

Mit einem Strom- oder Batteriespeicher holen Sie mehr aus Ihrer Photovoltaikanlage raus:

  • Sie decken Ihren Verbrauch zu 70 bis 80 Prozent mit klimafreundlichem Solarstrom (Ökologie).
  • Sie machen sich unabhängig von Ihrem Versorgen und steigenden Energiepreisen (Autarkie).
  • Sie verbrauchen mehr günstigeren Solarstrom und senken Ihre Energiekosten um 30 Prozent.
  • Sie steigern mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher den Wert Ihres Hauses nachhaltig.

Mit dem Houzy Solarrechner analysieren Sie das Solarpotenzial Ihres Hausdaches, berechnen die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage und simulieren verschiedene Eigenverbrauchszenarien mit oder ohne Batteriespeicher. Die Analyse sagt Ihnen, ob sich ein Stromspeicher für Sie lohnt oder nicht.

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