Energiespartipp: Passen Sie Ihre Wohlfühltemperatur in den einzelnen Räumen ein.

CO2-Emissionen von Heizungen: So schützen Sie die Umwelt und sparen Geld

13.8.2020

Heizen verbraucht rund zwei Fünftel der Energie in der Schweiz und ist für rund einen Drittel unseres gesamten CO2-Ausstosses verantwortlich. Mit einer klimaverträglichen Heizung (und einer guten Wärmedämmung) tun Sie etwas Gutes für die Umwelt, das Klima und Ihr Portemonnaie.  

Was ist CO2?

Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid ist die chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff mit der Summenformel CO2 und für den Treibhauseffekt mitverantwortlich. Kohlendioxid entsteht beispielsweise, wenn fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt werden. Seit der Industrialisierung ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre um knapp 50 Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel der Erderwärmung sind CO2-bedingt.

Heizen mit Öl und Gas ist umweltschädlich

Der Anteil der Ölheizungen und der Heizölverbrauch sinken in der Schweiz seit Jahren. Trotzdem verbraucht einzig Luxemburg in Europa mehr Heizöl pro Kopf als wir. 60 Prozent unserer Gebäude werden mit Öl oder Gas geheizt, in Schweden sind es nur 6 Prozent. Die Hälfte aller Ölheizungen, die ersetzt werden müssen, werden durch neue Öl- oder Gasheizungen ersetzt, die klimaschädliches CO2 ausstossen.

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Wie viel CO2 stösst Ihre Heizung aus?

Der Vergleich für ein durchschnittliches Einfamilienhauses mit einem jährlichen Wärmeenergiebedarf von 14'400 Kilowattstunden zeigt, wie unterschiedlich die Heizsysteme das Klima belasten (Quelle: WWF Schweiz):

  • Ölheizung: 4680 Kilogramm CO2 im Jahr
  • Gasheizung: 3650 Kilogramm CO2 im Jahr
  • Sonnenkollektoren mit Gas kombiniert: 3190 Kilogramm CO2 im Jahr
  • Fernwärme: grosse Bandbreite, aber tiefer CO2-Ausstoss
  • Holzpellet-Heizung: 710 Kilogramm CO2 im Jahr
  • Luft-Wärmepumpe: 490 Kilogramm CO2 im Jahr
  • Erdsonden-Wärmepumpe: 380 Kilogramm CO2 im Jahr
CO2-Emissionen von Heizungen berechnen
Mit dem Heizungsrechner können Sie den CO2-Ausstoss berechnen und Ihre Heizung mit anderen Systemen vergleichen.

Tipp: Mit unserem kostenlosen Heizungsrechner können Sie ausrechnen, wie viel CO2 Ihre Heizung ausstösst. Sie müssen einige wenige Daten erfassen und können anschliessend Ihr System mit anderen Heizsystemen vergleichen.

Erneuerbare Energien zahlen sich langfristig aus

Warum ersetzen so viele Wohneigentümerinnen und Wohneigentümer ihre alten durch neue Öl- oder Gasheizungen, wenn fossile Brennstoffe die Umwelt so stark belasten? Manche, weil es einfacher ist, eine Heizung 1:1 zu ersetzen. Viele, weil sie glauben, mit Öl oder Gas heizen sei günstiger. Das stimmt kurz- und mittelfristig, weil die Investitionskosten für ein Heizsystem mit erneuerbarer Energie höher sind. Vor allem, wenn zum Beispiel zuerst die Heizung und der Öltank demontiert werden müssen.

Langfristig (Zeithorizont 20 Jahre) lohnt es sich allerdings, mit erneuerbaren Energien zu heizen, weil die Betriebskosten und vor allem die Energiekosten tiefer sind. Wärmepumpen beispielsweise sind in der Regel wartungsfrei und verbrauchen Strom für weniger als 1000 Franken im Jahr, um ein durchschnittliches Einfamilienhaus zu heizen. Die Energiekosten für eine vergleichbare Ölheizung liegen mindestens doppelt so hoch. Und mit der Totalrevision des CO2-Gesetzes müsste Heizöl teurer werden, dann rechnen sich Heizungen mit erneuerbaren Energien noch schneller als heute.

Heizkosten berechnen und mit anderen Heizungen vergleichen
Mit dem Heizungsrechner können Sie die Jahreskosten und Gesamtkosten in 20 Jahren ausrechnen.

Tipp: Mit unserem Heizungsrechner können Sie auch die Jahreskosten und Gesamtkosten in 20 Jahren Ihrer Heizung ausrechnen und mit anderen Heizsystemen vergleichen - kostenlos und unverbindlich.

Gründe für einen Systemwechsel

Die meisten, die ihre Öl- oder Gasheizung durch ein anderes Heizsystem ersetzen, wollen die Umwelt schützen, das Klima retten oder langfristig Geld sparen. Es gibt aber noch andere gute Gründe. Zum Beispiel dürfte eine Heizung mit erneuerbaren Energien den Wert Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung nicht nur erhalten, sondern mittel- bis langfristig steigern. Ausserdem dürfte es nach der Totalrevision des CO2-Gesetzes schwieriger werden, ein Haus oder eine Wohnung mit einer alten Ölheizung zu verkaufen.

Gut zu wissen: Der Ersatz einer alten Heizung gilt steuertechnisch als werterhaltend. Das heisst, sie können die Ausgaben in der Steuererklärung von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Sinnvollerweise verteilen Sie die Investitionen über zwei Steuerperioden und brechen so die Progression der Einkommenssteuer. Das spart Steuern.

Alternative 1: Wärmepumpen

Die Investitionskosten von Wärmepumpen sind hoch, dafür sind ihre Betriebskosten tief. Wärmepumpen produzieren 3- bis 5-mal soviel Wärmeenergie, wie sie Energie aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser beziehen. Erdsonden-Wärmepumpen kosten mehr als Luft- oder Wasser-Wärmepumpen, brauchen aber bis zu einem Drittel weniger Strom.

  • Tiefe bis gar keine CO2-Emissionen
  • Null CO2-Emissionen mit Solarenergie, Wasserkraft oder Windenergie
  • Einfacher und effizienter Betrieb
  • Inverter-Wärmepumpen passen ihre Leistung dem Bedarf an
  • Besonders sinnvoll sind Wärmepumpen kombiniert mit energetischen Sanierungen
CO2-Emissionen von Wärmepumpen sind minimal
Die Klimabelastung von Wärmepumpen ist minimal. Darum sind sie eine Investition in die Zukunft.

Alternative 2: Holzheizungen

Mit Pellets, Stückholz und Holzschnitzeln heizen belastet das Klima kaum. Das CO2, das beim Verbrennen entsteht, wird gebunden, weil in der Schweiz nur soviel Holz gefällt werden darf, wie nachwächst. Stückholzheizungen eignen sich für Einfamilienhäuser, Pelletheizungen für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. Der Vorrat müsste Platz im ehemaligen Öltankraum finden.

  • Tiefe bis gar keine CO2-Emissionen
  • Holzheizungen sind beinahe CO2-neutral
  • Minimale Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub
  • Hohe Versorgungssicherheit in der waldreichen Schweiz
  • Regionale Energieförderung und Wertschöpfung

Alternative 3: Fernwärme

In der Schweiz sind Fernwärmenetze weit verbreitet. Sie bestehen aus einer oder mehreren Wärmezentralen. Diese leiten warmes Wasser über isolierte Rohre in das Haus, dort wird es  über Wärmetauscher und -leitungen in die einzelnen Zimmer oder Wohnungen verteilt.

  • Tiefe bis gar keine CO2-Emissionen
  • Einfacher und effizienter Betrieb
  • Hohe Versorgungssicherheit
  • Geringer Platzbedarf im Keller

Alternative 4: Solarenergie

Thermische Solaranlagen heizen Wasser auf. Ihr Kernstück ist der sogenannte Absorber, ein schwarzer Metallkörper mit Kanälen, durch die Wasser zirkuliert. Dieses Wasser nimmt Sonnenwärme auf und gibt sie über den Wärmetauscher an den Warmwasserspeicher ab. Solche Anlagen brauchen einen alternativen Wärmeerzeuger, um auch im Winter oder während langer Schlechtwetterperioden Wasser im Speicher aufheizen zu können. Mit Sonnenkollektoren auf dem Dach kann die Solaranlage ein anderes Heizsystem ergänzen, am besten eignet sich eine Holzheizung.

  • Tiefe CO2-Emissionen
  • Ideal als CO2-freie Unterstützung für Heizsysteme mit erneuerbaren Energien
  • Thermische Solaranlagen entlasten Wärmepumpen und speichern Sonnenwärme
  • Eine thermische Solaranlage deckt mindestens 30 Prozent des jährlichen Energiebedarfs

Lesetipp: "Solarenergie: Eignet sich mein Dach für eine Solaranlage?"

Solarenergie unterstützt und entlastet andere Heizsysteme
4 bis 6 m2 Sonnenkollektorenfläche genügen, um zwei Drittel des Warmwasserbedarfs einer vierköpfigen Familie zu decken.

Fördergelder für energiesparende Massnahmen

Geben Sie die Postleitzahl des Gebäudestandorts ein - und Sie erhalten eine Auflistung aller Energie-Förderprogramme der Schweiz. Die Suche umfasst Förderprogramme der Kantone, Städte und Gemeinden sowie Kampagnen von regionalen Energieversorgungsunternehmen.

Energie und Wärme sinnvoll nutzen

Unabhängig vom Heizsystem können Sie Ihren Energieverbrauch und damit Ihre CO2-Emissionen mit drei einfachen Massnahmen senken:

  1. Warme Luft muss zirkulieren. Verdecken Sie darum die Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen. Wenn Sie die Rollläden oder Fensterläden nachts schliessen, kühlen die Räume weniger aus.
  2. Kippfenster, die den ganzen Tag offen stehen, verschwenden viel Energie und verbessern die Luftqualität nur unwesentlich. Lüften Sie lieber dreimal fünf bis zehn Minuten täglich. So entweicht weniger Wärme, ausserdem verbessert Querlüften die Luftqualität.
  3. Regeln Sie die Temperatur mit dem Heizkörperventil, am effizientesten sind Thermostatventile, und stellen Sie in jedem Raum Ihre Wohlfühltemperatur ein. Am wärmsten im Wohnbereich, am kühlsten im Schlafzimmer. Das sind Richtgrössen und keine allgemein gültigen Vorgaben:
  • 22 Grad im Badezimmer
  • 20 Grad im Wohnbereich
  • 18 Grad im Schlafzimmer und im Flur

Gut zu wissen: Wenn Sie die Raumtemperatur um 1 Grad erhöhen, steigen Ihre Heizkosten im Durchschnitt um 6 Prozent.

CO2-Ausstoss berechnen

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