Bauversicherung: Das Must-have für jedes Bauprojekt

3.11.2021
Bauprojekt Pläne

In Zusammenarbeit mit

Ob Sie Ihr Eigenheim von Grund auf neu bauen oder einen Anbau planen: Die Bauversicherung sorgt dafür, dass Sie im Schadenfall finanziell geschützt sind und das Bauprojekt ohne Unterbruch weitergehen kann. Wir erklären, welche Schäden gedeckt sind und worauf Sie besonders achten müssen.

In unserem Artikel über die wichtigsten Versicherungen beim Hauskauf finden Sie bereits eine Übersicht darüber, welche Versicherungen in welcher Phase eines Hauskaufs wichtig sind, von der Finanzierung und deren Absicherung bis zum Einzug ins Eigenheim. Eine Grundfrage, die sich vor jedem Bauprojekt stellt, ist die Finanzierung. Dort sorgen wir gemeinsam mit unserem Partner key4 dafür, dass wir die passende Lösung für Sie finden. 

Im folgenden Artikel fokussieren wir uns nun auf die Versicherungen während der Bauphase, also die Bauherren- und Bauwesenversicherung. 

Warum eine Bauversicherung?

Die Bauversicherung kommt zeitlich begrenzt zum Einsatz, nämlich ab Baubeginn bis zur Abnahme eines Bauprojekts. Sie deckt Schäden an Personen und Dingen, die im Zusammenhang mit den Bauarbeiten passieren. Obligatorisch ist die Bauversicherung nicht, aber hinsichtlich des hohen Schadenpotenzials höchst empfehlenswert. 

«Der Architekt hat die Pflicht, den Bauherrn über den Nutzen einer Bauversicherung zu informieren. Der Bauherr kann diese dann selber abschliessen oder den Auftrag seinem Architekten geben.»

Martin Messerli, dipl. Maschinenbauingenieur FH, Leiter Underwriting Grosskunden, Technische Versicherungen, Basler Versicherungen


Das Hauptinteresse an einer Bauversicherung liegt beim Bauherrn, weil er die Gesamtverantwortung für das Bauprojekt trägt. Bei einem Hausbau sind oftmals mehr als hundert verschiedene Personen involviert – vom Architekten über den Bauherrn bis zu den unzähligen Handwerkern wie Maurern, Schreinern, Elektrikern usw., welche die Bauleistungen erbringen. Bei so vielen Beteiligten kann nicht nur schnell ein Schaden passieren, sondern ist es in vielen Fällen schwierig, den Verursacher klar ausfindig zu machen. Das Problem liegt dann eben nicht nur in der finanziellen Belastung, sondern auch in der Verzögerung des Bauprojekts. Deshalb springen wir bei versicherten Schäden sofort ein und sorgen dafür, dass der Schaden bezahlt und behoben wird und dadurch der Bau schnell weitergeführt werden kann. 

Welche Schäden kommen am häufigsten vor?

Wir haben mit einem Baloise-Schadeninspektor gesprochen. Im Zusammenhang mit der Bauversicherung kommen Wasserschäden erfahrungsgemäss am häufigsten vor. Verursacht werden diese entweder durch fehlerhafte Ausführung oder durch Beschädigung der Leitungen während der Bauarbeiten. Solche Schäden fangen bei Kosten zwischen CHF 10'000-20'000 an, können bei einem grösseren Bauprojekt aber schnell CHF 100'000 oder mehr erreichen.

Am zweithäufigsten kommen Schäden an der Baugrube vor, zum Beispiel Böschungsrutsche, bei denen auch das Nachbargrundstück in Mitleidenschaft gezogen wird. Unfachmännische Ausführung oder fehlerhafte Planung sind die häufigsten Ursachen dafür. Bei grösseren Fällen kann ein solcher Schaden sogar mehrere hunderttausend Franken kosten. 

Diese beiden Fälle gehören nicht nur zu den häufigsten, sondern auch zu den teuersten Schäden. Zwei weitere Schadenverursacher schaffen es ebenfalls auf die Top-Plätze in Sachen Kostenhöhe: Elementarereignisse und Kranumstürze. Letzteres kommt zwar eher selten vor, kann aber unter Umständen Kosten in Millionenhöhe verursachen. 

«Gerade bei einem Umbau gibt es viele versteckte Risiken. Je älter eine Liegenschaft, desto weniger Unterlagen sind in der Regel vorhanden. Deshalb müssen bei einem Umbau umfassende Vorabklärungen gemacht werden, wie zum Beispiel das Überprüfen der Statik oder das Abklären von bestehenden Leitungsverläufen.»

Andrea Battiston, Eidg. dipl. Bauingenieur HTL, Schadeninspektor, Basler Versicherungen


Was ist versichert?

Nehmen wir die Bauversicherung und ihre Bestandteile unter die Lupe. In der folgenden Grafik sehen Sie die wichtigsten Deckungen, die in der Bauherrenhaftpflicht und in der Bauwesenversicherung integriert sind (Liste nicht abschliessend).



Bauherrenhaftpflicht

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt Schäden an fremden Personen oder fremdem Eigentum, die während der Bauarbeiten entstehen.

Sachschäden

Beispiel 1: Das Bauprojekt befindet sich im Rohbau. Wegen eines heftigen Windstosses löst sich ein Teil des Daches und stürzt auf die Strasse. Das Auto der Nachbarin wird beschädigt. In diesem Fall übernimmt die Versicherung die Reparaturkosten für das Auto.

Beispiel 2: Beim Bau einer unterirdischen Garage gerät das Erdreich in Bewegung. Als Folge davon entstehen am Nachbargebäude Risse. Hier übernehmen wir die Kosten für die Wiederherstellung des fremden Gebäudes und dessen Umgebung in den Zustand vor dem Schaden. Müssen die Nachbarn während der Reparaturarbeiten an einem anderen Ort untergebracht werden, zum Beispiel in einer Mietwohnung, sind diese Kosten ebenfalls gedeckt. 


Personenschäden

Beispiel: Der Bauherr lehnt sich bei einem Kontrollgang an aufgestellte Bretter auf dem Dach. Diese fallen in die Tiefe und treffen eine vorbeigehende Fussgängerin. Mit der Bauherrenhaftpflichtversicherung sind die Heilungskosten sowie der Lohnausfall der verletzten Frau gedeckt. 


Rechtsschutz im Strafverfahren

Beispiel: Wegen eines Kranumsturzes auf der Baustelle wird das Nachbarhaus stark beschädigt und zwei Personen werden verletzt. Die Personen erstatten Strafanzeige gegen den Bauherrn. In diesem Fall übernehmen wir Anwaltskosten, Gerichts- und Verfahrenskosten sowie die Prozesskosten der Kläger, sofern vom Gericht zugesprochen. 


Unfallversicherung für Besucher

Neben der Grundversicherung können nach Bedarf auch weitere Deckungen eingeschlossen werden, zum Beispiel eine Unfallversicherung für Besucher. Diese gilt für Kunden, Besucher und deren Begleitpersonen.

“versicherung

Bauwesen

Die Bauwesenversicherung ist eine sogenannte All-Risks-Versicherung. Das bedeutet, dass unvorhergesehene Beschädigungen oder Zerstörungen am Bauprojekt versichert sind, die während der Vertragsdauer eintreten. Umbauarbeiten bis zu einer Bausumme von CHF 250'000 können in der Gebäudeversicherung eingeschlossen werden. Falls Sie diese Deckung bereits in Ihre Gebäudeversicherung integriert haben, brauchen Sie für Ihr An- oder Umbauprojekt also zusätzlich nur die Bauherrenhaftpflichtversicherung. 

Apropos Umbau: Wenn Sie im Rahmen einer Sanierung die Energieeffizienz Ihrer Immobilie steigern möchten, können Sie mit dem Houzy Energierechner Ihre aktuelle Energieeffizienz messen und ausrechnen, welchen Einfluss gewisse Sanierungen haben, wie viel diese kosten und was Sie dadurch längerfristig sparen können. 


Feuer/Elementarschäden

Diese Deckung ist in vielen Kantonen bereits in der obligatorischen kantonalen Bauzeitversicherung (nach dem Bau: Gebäudeversicherung) enthalten und kann deshalb im Rahmen der Bauwesenversicherung nur in den Kantonen Uri, Schwyz, Appenzell Innerrhoden, Obwalden, Genf, Wallis, Tessin sowie im Fürstentum Liechtenstein abgeschlossen werden. 

Die Bauwesenversicherung deckt jedoch in allen anderen Kantonen jene Bauleistungen, welche die kantonale Gebäudeversicherung ausschliesst, z.B. Baugrubensicherung oder Umgebungsarbeiten.

Beispiel: Ein schwerer Hagelsturm hinterlässt Schäden am Rohbau sowie an einigen noch nicht verbauten Materialien. Mit dieser Deckung sind die Wiederherstellungskosten, die Aufräumarbeiten sowie der Ersatz der beschädigten Materialien gedeckt.


Beschädigungen

Mit der Grunddeckung sind auch Wasserschäden versichert, die durch die Beschädigung von Leitungen, Rückstau aus der Kanalisation oder durch Grundwasser entstehen. 

Beispiel: Bei Bauarbeiten geht eine Wasserleitung kaputt. Das ausfliessende Wasser beschädigt den Rohbau. Gedeckt sind die Aufräumungs-, Material- und Arbeitsaufwandkosten.


Bau- und Montageleistungen

Hier ist der Arbeitsfortschritt versichert – also die praktischen Arbeitsleistungen, welche Bauarbeiter, Handwerker und weitere am Bauprojekt Beteiligte erbringen. 


Baustoffe und Bauteile

Versichert sind alle Baustoffe und Bauteile, die für den Bau des Gebäudes verwendet werden. 


Diebstahl

Werden bereits eingebaute Bauteile gestohlen, sind diese durch die Diebstahl-Deckung versichert. Zusätzlich können Sie auch den Einbruchdiebstahl von Sachen, die nicht mit dem Bauwerk verbunden sind, versichern. Nicht versichert ist einfacher Diebstahl.


Erdbeben

Schäden am Bauprojekt, die während der Bauphase durch Erdbeben oder vulkanische Eruptionen verursacht werden.


Gerüste

Mit dieser Zusatzdeckung können Baugerüste, Gerüstmaterial und Baustelleneinrichtungen versichert werden.


Aufräumungskosten

Bei versicherten Schäden werden die Aufräumungskosten in der Höhe von 10 Prozent der Bausumme übernommen. Möchten Sie sich über diesen Betrag hinaus absichern, können Sie dies über die Zusatzversicherung tun. Inbegriffen sind neben den Aufräumungsarbeiten auch die Kosten für die Schadensuche sowie den zur Schadenbehebung notwendigen Abbruch und Wiederaufbau von nicht beschädigten Bauwerksteilen.


Baugrube und Bodenmassen

Die Wiederherstellung der Baugrube ist Bestandteil der Grunddeckung, nicht jedoch der Ersatz von Bodenmassen. Solche zusätzlichen Kosten können über diese Deckung versichert werden. Elementarereignisse sind hier ebenfalls mitversichert.


Weitere Zusatzdeckungen

Je nach Bedarf können weitere Deckungen dazugenommen werden, zum Beispiel innere Unruhen, Kratzer auf Verglasungen, Kosten, die durch Bauzeitverzögerung entstehen oder bestehende Bauten. Letzteres ist bei einer grösseren Haussanierung oder einem Anbau sinnvoll, da in der Bauversicherung nur die neu gebauten Teile gedeckt sind, das bestehende Haus jedoch nicht gedeckt ist.

Tipps zum Versicherungsumfang

Der passende Versicherungsumfang für Ihr Bauprojekt hängt von vielen Faktoren ab: Wie hoch die Bausumme ist, ob Sie als Bauherr selbst am Bau beteiligt sind, welche Baumethoden angewendet werden, wie nahe die Nachbargebäude stehen, wie der Baugrund beschaffen ist, ob für das Bauprojekt Fels abgebaut werden muss usw. All diese Aspekte fliessen mit ein. Um das Ganze zu vereinfachen und bei der Entscheidung für den passenden Versicherungsschutz zu helfen, haben wir drei Leistungspakete geschnürt: ECO, SMART und TOP. Im Prämienrechner können Sie mit wenigen Angaben die Kosten für die verschiedenen Pakete berechnen.

«Für Bauvorhaben bis zu einer Bausumme von CHF 5 Mio. kann der Kunde zwischen den drei Paketen ECO, SMART und TOP wählen. Im von uns empfohlenen Paket SMART sind alle Deckungen enthalten, die ein privater Bauherr, unabhängig von der Art seines Bauvorhabens, benötigt.»

André Hostettler, Produktmanager Technische Versicherungen, Unternehmenskunden Versicherungstechnik, Basler Versicherungen

Noch Fragen?

Wie viel kostet eine Bauversicherung?

Die Höhe der Bausumme bestimmt zum grössten Teil die Höhe der Prämie. Aber auch gewisse Risikofaktoren sowie der Versicherungsumfang werden mit einberechnet. Am einfachsten lässt sich die Prämie mit dem Prämienrechner oder über eine persönliche Beratung ermitteln. 


Wie berechnet man die Bausumme?

Die Bausumme lässt sich aus dem Baukostenplan, kurz BKP, Positionen 1 bis 4 (Vorbereitungsarbeiten, Gebäude, Betriebseinrichtungen, Umgebung) inklusive Mehrwertsteuer, Honoraren und Eigenleistungen des Bauherrn berechnen.


Wann sollte ich eine Bauversicherung abschliessen?

Im Idealfall sollten Sie sich bereits einige Wochen vor Baubeginn um die Bauversicherung kümmern. Dann können Sie die Kosten für die Prämie nämlich direkt im Baukostenplan mit aufnehmen. 


Was muss ich bei einem Umbau in Bezug auf meine bestehenden Versicherungen beachten?

Melden Sie den Umbau in jedem Fall Ihrer bestehenden Gebäudeversicherung. Entsteht durch den Umbau ein Mehrwert, muss der Versicherungswert nämlich entsprechend angepasst werden, damit keine Unterversicherung entsteht.

Ähnliche Beiträge

Zurück zum Houzy Magazin