Energieeffizienz verbessern: So vermeiden Sie kostspielige Wärmeverluste

7.10.2021
Energieeffizienz optimieren – Fassade dämmen
  1. Energieverluste vermeiden lohnt sich fünffach
  2. Wie energieeffizient ist Ihr Haus oder Ihre Wohnung?
  3. Fassade: 10 bis 20 Prozent Sparpotenzial
  4. Dach und Estrich: 10 bis 20 Prozent Sparpotenzial
  5. Fenster: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial
  6. Wärmepumpe: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial
  7. Solarstrom: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial
  8. Richtig lüften ist auch wichtig für die Energieeffizienz
  9. Jede energetische Sanierung will geplant sein
  10. Energieeffizienz prüfen und Sparpotenzial berechnen
  11. Alle Ergebnisse und Zahlen auf einen Blick

In der Schweiz gibt es etwa 1,7 Millionen Wohngebäude. Fachleute schätzen, dass rund eine Million Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser sowie Reihenhäuser nur ungenügend isoliert sind und viel Wärme durch ihre Fassaden, Fenster oder Dächer verlieren. Aktuell entfallen zwei Drittel des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Privathaushaltes auf die Raumwärme. Laut einer Schätzung von Gebäudehülle Schweiz, dem Verband der schweizerischen Gebäudehüllen-Unternehmen, könnte der Energieverbrauch von Altbauten mit einer umfassenden energetischen Sanierung um bis zu zwei Drittel reduziert werden.

Energieverluste vermeiden lohnt sich

Durch die Gebäudehülle geht die meiste Energie für Heizung, Warmwasser und Elektrizität verloren. Das trifft besonders auf Gebäude zu, die vor 1975 erstellt worden sind. Am meisten Wärme entweicht durch die Aussenwände, das Dach beziehungsweise den Dachstock und die Fenster. Eine energetische Sanierung hat darum nicht nur ökonomische oder ökologische Vorteile:

  • Heizkosten: Zum einen sparen Sie langfristig Geld, weil Sie weniger Energie für die Heizung verbrauchen, zum anderen belasten Preisaufschläge oder lange und kalte Winter Ihr Budget weniger stark. Das Energiesparpotenzial mit einer neuen Heizung, neuen Fenstern und einer besseren Aussendämmung beträgt im Durchschnitt 60 Prozent.
  • Umweltschutz: Sie schützen die Umwelt, entlasten das Klima und schonen wertvolle Ressourcen. Mit einer besseres Wärmedämmung können Sie den Energiebedarf um mehr als 50 Prozent reduzieren – und mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien Ihren CO2-Ausstoss fast ganz vermeiden.
  • Wohnkomfort: Im Winter ist es im ganzen Haus angenehm warm, im Sommer seltener zu heiss. Eine gute Isolation verbessert das Raumklima, minimiert Zugluft und schützt vor Lärm von draussen.
  • Werterhalt: Die verbesserte Energieeffizienz, der höhere Wohnkomfort, der höhere Ausbaustandard und die geringere Gefahr von Schäden durch Feuchtigkeit oder Kälte erhalten langfristig den Wert des Hauses oder der Wohnung oder steigern ihn sogar.
  • Förderbeiträge: Bund, Kantone und einzelne Gemeinden unterstützen energetische Sanierungen finanziell. Auf energiefranken.ch müssen Sie nur eine Postleitzahl oder Ortschaft eingeben und erhalten in Nullkommanichts eine Übersicht über alle Förderprogramme in der Gemeinde.

Wie energieeffizient ist Ihr Haus?

Die Energieeffizienz von Gebäuden können Sie von unabhängigen und zertifizierten Experten mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone prüfen lassen. Mit dem ausführlicheren GEAK Plus erhalten Sie bis zu drei individuelle Vorschläge mit konkreten effizienzverbessernden Massnahmen, Hinweisen für ihre etappenweise Ausführung und einer auf Ihre Situation abgestimmten Priorisierung aller Massnahmen, vom minimalen Massnahmenpaket bis zur Modernisierung nach Minergie-P-Standard. Der GEAK Plus kostet für ein Einfamilien- oder kleines Mehrfamilienhaus etwa 2000 Franken. Die meisten Kantone beteiligen sich an den Kosten des GEAK Plus (zur Übersicht), der Kanton Zürich zum Beispiel mit 800 Franken für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser.

Tipp: Mit dem Energierechner von Houzy können Sie die Energieeffizienz Ihres Hauses kostenlos prüfen und den Einfluss einzelner oder mehrerer energetischer Massnahmen simulieren. Ausserdem berechnet der neue Energierechner die Investitionskosten, die Fördergelder und das langfristige Sparpotenzial.
“energierechner”

Fassade: 10 bis 20 Prozent Sparpotenzial

Viel Wärme und damit viel Energie geht über die Hausfassade verloren. Vor allem bei älteren Häusern. Darum ist eine Wärmedämmung die wirksamste einzelne energieeffizienzsteigernde Massnahme. Sinnvoll sind 20 Zentimeter Dämmstärke und keine sogenannten Wärmebrücken, zum Beispiel bei den Fenstern. Wärmebrücken sind Unterbrechungen in der Wärmedämmung, über die Wärme entweichen kann.

Energieeffizienz: Gedämmte Fassade
Mit einer Fassade können Sie 10 bis 20 Prozent Energie sparen.

Dach und Estrich: 10 bis 20 Prozent Sparpotenzial

Viel Wärme geht vor allem in ungeheizten Räumen im Dachgeschoss und mit ungenügenden Dach- oder Estrichdämmungen in ausgebauten Dachgeschossen verloren. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit trotz der Dämmung gut entweichen kann, damit sich hinter dem Dämmmaterial kein Kondenswasser bildet und Wasserschäden anrichtet. Darum sollten Sie die Holzkonstruktion regelmässig auf Fäulnis kontrollieren.

Energieeffizienz: Gedämmter Estrich
Wenn Sie das Dach oder den Estrich dämmen, sparen Sie 10 bis 20 Prozent Energie

Fenster: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial

Energieeffiziente Fenster mit drei Scheiben vermindern die Wärmeübertragung des Gases zwischen den Scheiben besser als früher und haben einen höheren Wärmedämmwert. Aus energetischer Sicht ist es sinnvoll, auf der Sonnenseite grosse Fenster zu haben. Sie haben eine positive Energiebilanz, weil sie aus der grossflächigen Sonneneinstrahlung mehr Energie gewinnen als sie durch Wärmeverluste verlieren.

Energieeffizienz: Verglasung Fenster
Mit der Verglasung Ihrer Fenstern sparen Sie Energie.

Wärmepumpe: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial

Mit dem Wechsel von einem alten auf ein neues Heizsystem können Sie erneuerbare Energien wie Holz, Fernwärme oder Solarstrom nutzen und Ihren CO2-Ausstoss massiv senken. Immer beliebter sind Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdsonden), die Wärme aus Umgebungswärme beziehungsweise geothermischer Wärme erzeugen und in die Heizung oder Warmwasseraufbereitung einspeisen.

Energieeffizienz: Wärmepumpe am Haus
Mit Wärmepumpen beziehen Sie Energie aus der Umwelt.

Solarstrom: 5 bis 10 Prozent Sparpotenzial

Mit einer Photovoltaikanlage produzieren Sie Ihren eigenen Strom, senken die Stromkosten, sind unabhängig von Strompreisschwankungen, erhalten Förderbeiträge und optimieren die Steuerbelastung. Am meisten Strom produzieren Anlagen auf Dächern, die nach Süden ausgerichtet sind. Aber auch Dächer, die nach Südosten oder Südwesten ausgerichtet sind, produzieren genug Strom, um rentabel zu sein.

Tipp: Ob sich die Investition lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Darum ist die Berechnung recht aufwändig. Einfacher und schneller geht es mit dem Solarrechner von Houzy. In zwei Minuten erhalten Sie eine fundierte Analyse des Solarpotenzials und der Wirtschaftlichkeit und können Szenarien simulieren.

Energieeffizienz: Solarmodule auf einem Dach
Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach produzieren Sie Ihren eigenen Solarstrom.

Lüften ist auch wichtig für die Energieeffizienz

Die restliche Wärme geht durch den Luftwechsel verloren. Ältere Häuser haben Lecks, durch die im Winter warme Luft entweicht. Kein Gebäude ist 100 Prozent luftdicht, auch kein Neubau. Mit dem Differenzdruck-Messverfahren werden Lecks in der Gebäudehülle aufgespürt und die Luftwechselrate bestimmt. Der Luftwechsel ist wichtig für das Raumklima, darum sollten Sie die Räume regelmässig lüften. Mit einer Komfortlüftung müssen Sie weniger lüften, weil die verbrauchte und warme Luft in der Küche und im Bad abgesaugt und gegen frische und kalte Aussenluft im Wohn- und Schlafbereich ausgetauscht wird.

Jede energetische Sanierung will geplant sein

Alle energetischen Sanierungen brauchen ein Gesamtkonzept. Unabhängig davon, ob Sie mit einer einzelnen Massnahme anfangen und später andere Massnahmen umsetzen oder ob Sie eine Gesamtsanierung planen. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, heute ein modernes Heizsystem einzubauen und in drei Jahren die Fassade zu dämmen, weil viel Wärme durch die nicht oder schlecht gedämmte Fassade verloren geht und das neue Heizsystem nach der Dämmung überdimensioniert ist. Fachleute schlagen in den meisten Fällen diese Reihenfolge vor:

  1. Fassade dämmen, Fenster und Sonnenschutz ersetzen, Dach oder Dachboden und Kellerdecke dämmen
  2. Heizsystem ersetzen, Warmwasserspeicher einbauen und Sonnenkollektoren auf dem Dach installieren
  3. Solarstrom selber produzieren und Energieströme mit Smart-Home-Technologien optimieren
  4. Geräte in Bad und Küche sowie alle elektrischen Installationen ersetzen und eine Komfortlüftung einbauen

Energieeffizienz prüfen und Sparpotenzial berechnen

Mit dem Energierechner von Houzy ermitteln Sie die Energieeffizienzklasse Ihres Hauses, simulieren den Einfluss energetischer Massnahmen auf den gesamten Energieverbrauch, die Heizkosten oder den CO2-Ausstoss und berechnen die Investitionskosten sowie Fördergelder. Sie können einzelne Massnahmen simulieren oder Massnahmen kombinieren und simulieren. So finden Sie einfach und schnell heraus, wie beispielsweise eine Fassadendämmung, neue Fenster oder eine Wärmepumpe die Energieeffizienz verändern und wie viel Energie und damit CO2 Sie sparen können mit einer energetischen Sanierung:

  1. Erfassen Sie einige wenige Daten zum Baustandard und Zustand des Hauses.
  2. Der Energierechner analysiert alle Daten und berechnet die Energieeffizienzklasse.
  3. Simulieren Sie den Einfluss energetischer Massnahmen und vergleichen Sie die Resultate.
  4. Kontaktieren Sie geprüfte Experten aus Ihrer Region und verlangen Sie unverbindliche Offerten.
Gut zu wissen: Die Energieeffizienzklassen sind neu von A («sehr sparsam») bis G («verschwenderisch») unterteilt. Häuser mit einer Energieeffizienzklasse tiefer als C sollten energetisch saniert werden.

Alle Ergebnisse und Zahlen auf einen Blick

Die Resultate des Energierechners werden in Ihrem persönlichen und passwortgeschützten Houzy Konto gespeichert. Dort können Sie jederzeit darauf zugreifen und andere energetische Massnahmen simulieren. Alle Ergebnisse werden grafisch aufbereitet und sind leicht vergleichbar. So verstehen Sie auf einen Blick die Auswirkungen der einzelnen oder kombinierten Sanierungsmassnahmen auf die Energieeffizienz, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss. Die CO2-Reduktion wird übrigens mit Bäumen symbolisiert, damit Sie sofort sehen, wie Sie mit einer energetischen Sanierung unsere Umwelt entlasten.

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