Halten Sie Ihr Grundstück Neophyten-frei

In der Schweiz gibt es über 600 gebietsfremde Pflanzen - die sogenannten Neophyten. Einheimische Pflanzen können verdrängt werden und dadurch auch zu wirtschaftlichen Aufwänden führen. Zudem gibt es auch Neophyten, die bei Menschen und Tieren gesundheitliche Schäden verursachen können. Gemäss Bundesamt für Statistik belaufen sich die jährlichen Kosten zur Bekämpfung dieser Pflanzen auf bis zu CHF 90 Millionen Schweizer Franken. In den vergangenen Jahren war diese Problematik deshalb schon öfters Gegenstand politischer Diskussionen und gewinnt kontinuierlich an Bedeutung.

Insbesondere durch die Globalisierung und die Klimaerwärmung nimmt die Verbreitung invasiver gebietsfremder Arten in der Schweiz immer mehr zu. Jetzt hat der Bund auch Privatpersonen aufgefordert, bei der Bekämpfung der Neophyten mitzuhelfen. Denn: In unseren Schweizer Gärten sind 17 Neophyten-Arten anzutreffen, wovon 4 besonders häufig vorkommen. 

Erfassen Sie jetzt direkt eine Pflanze um zu prüfen, ob es sich um einen Neophyten handeln könnte oder lesen sie mehr zu den 4 häufigsten Neophyten in Schweizer Gärten.

Das sind die 4 häufigsten invasiven Neophyten in Schweizer Gärten

1. Buddleja, Sommerflieder oder Schmet­terlings­strauch (lat. Buddleja davidii)

Beschreibung & Gefahren

Der Sommerflieder ist ein verholzender Strauch und kann über 3 Meter gross werden. Er blüht vom Juli bis September und bildet pro Strauch bis zu 3 Mio. Samen. Im Winter frieren seine Äste oft stark zurück - im Frühling treibt er wieder neu aus. Ursprünglich stammt er aus China und dem Tibet. Er wird als Zierpflanze immer noch häufig verkauft und angepflanzt. Seine Verbreitung findet aber hauptsächlich durch den Wind statt.

Durch den intensiven Geruch der Blüten werden zahlreiche Schmetterlinge angelockt. Da der Sommerflieder in Flussauen oft grosse, dichte Bestände bildet, kann er dort die wertvolle auenspezifische Pflanzenwelt verdrängen. Dadurch fehlen die Futterpflanzen von seltenen Schmetterlingsraupen, was sich negativ auf deren Population auswirkt. Sonst ist er nach dem heutigen Wissensstand für Mensch und Tier ungefährlich.

2. Essigbaum (lat. Rhus typhina)

Beschreibung & Gefahren

Der Essigbaum stammt aus Nordamerika und wird maximal 8 m hoch. Er ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen mit den entsprechenden Blüten. Die jungen Triebe sind dicht filzig behaart. Als Ziergehölz wurde er oft und gern in Gärten angepflanzt, denn die rotgelbe Herbstfärbung seiner Blätter ist sehr attraktiv. Der Essigbaum breitet sich hauptsächlich durch Wurzelausläufer aus und kann daraus dichte Bestände bilden.

Mit Gartenerde kann Wurzelbrut in die freie Natur gelangen, wo der Essigbaum dann in dichten Beständen verwildert. Dadurch verdrängt er die einheimische Pflanzenwelt. Zudem ist sein Milchsaft bei Einnahme schwach giftig und er kann auch Haut- und Augenentzündungen verursachen.

3. Götterbaum (lat. Ailanthus altissima)

Beschreibung & Gefahren

Der Götterbaum stammt ursprünglich aus Ostasien. Er kann bis zu 25 m hoch werden. Wie der Essigbaum ist er zweihäusig. Er ist raschwüchsig und bildet viele Ausläufer und Stockausschläge aus. Er verbreitet sich aber auch sehr effizient durch Samen. Vor allem wenn der Götterbaum gefällt wird, werden zahlreiche Stockausschläge gebildet.

Mit Gartenerde können Ausläufer in die freie Natur gelangen, wo der Götterbaum dann in dichten Beständen verwildert und die heimischen Pflanzen verdrängt. Er kann sogar durch Asphalt wachsen und somit die Strassen schädigen.

4. Kirschlorbeer (lat. Prunus laurocerasus)

Beschreibung & Gefahren

Der Kirschlorbeer ist in Asien beheimatet und wird in Gärten sehr häufig als Hecken- und Zierpflanze angepflanzt. Er ist ein immergrüner Strauch von 3 bis etwa 8 m Höhe mit glänzenden, lederartigen Blättern und bildet zarte, weisse Blüten. Diese erscheinen von April bis Juni und oft nochmals im Herbst. Die Früchte des Kirschlorbeers sind Kirschen, die zur Reifezeit schwarz sind.

Durch illegale Entsorgung von Gartenmaterial gelangt der Kirschlorbeer in die freie Natur. Seine Kirschen werden gerne von Vögeln gefressen, wodurch er weiter verbreitet wird. Die ganze Pflanze, mit Ausnahme des Fruchtfleisches, ist giftig!